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Gesetzliche Grundlagen Bases légales Basi legali Gesetzliche Grundlagen

Rechtsgrundlagen

Herdenschutzhunde in der eidg. Jagdverordnung (JSV)

In der eidgenössischen Verordnung über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdverordnung, JSV; Stand 1.Januar 2014) wird der Einsatz von Herdenschutzhunden als eines von verschiedenen Mitteln zur Verhütung von Schäden an Grossraubtieren beschrieben. Die Umsetzung der Massnahmen wird durch das Bundesamt für Umwelt (BAFU) geregelt.

Art. 10ter Verhütung von Schäden duch Grossraubtiere

1 Zur Verhütung von Schäden an Nutztieren durch Grossraubtiere fördert das BAFU folgende Massnahmen:
a. die Zucht, Ausbildung, Haltung und den Einsatz von Herdenschutzhunden;
b. den Schutz von Bienenstöcken mit Elektrozäunen.
2 Sind die Massnahmen nach Absatz 1 nicht ausreichend oder nicht zweckmässig, so kann das BAFU weitere Massnahmen der Kantone für den Herden- und Bienenschutz fördern.
3 Das BAFU unterstützt und koordiniert die räumliche Planung der Massnahmen durch die Kantone. Es erlässt dazu eine Richtlinie.
4 Die Kantone integrieren den Herden- und Bienenschutz in ihre landwirtschaftliche Beratung.
5 Das BAFU kann Organisationen von gesamtschweizerischer Bedeutung unterstützen, welche die Behörden und die betroffenen Kreise über den Herden- und Bienenschutz informieren und beraten. Es kann solche Organisationen für die interkantonale Koordination der Massnahmen beiziehen.

Art. 10quater Herdenschutzhunde

1 Der Einsatzzweck von Herdenschutzhunden ist die weitgehend selbstständige Bewachung von Nutztieren und die damit zusammenhängende Abwehr fremder Tiere.
2 Das BAFU fördert den Herdenschutz mit Hunden, die:
a. zu einer Rasse gehören, die für den Herdenschutz geeignet ist;
b. für den Herdenschutz fachgerecht gezüchtet, ausgebildet, gehalten und eingesetzt werden;
c. hauptsächlich für das Bewachen von Nutztieren eingesetzt werden, deren Haltung oder Sömmerung nach der
Direktzahlungsverordnung vom 23. Oktober 2013 gefördert wird; und
d. als Herdenschutzhunde nach Artikel 16 Absatz 3bis Buchstabe b der Tierseuchenverordnung vom 27. Juni 1995
gemeldet sind.
3 Das BAFU erlässt nach Anhörung des BLV Richtlinien zu Eignung, Zucht, Ausbildung, Haltung, Einsatz und Meldung von geförderten Herdenschutzhunden.

Herdenschutzhunde in der Tierschutzverordnung (TSchV)

Herdenschutzhunde werden in der Tierschutzverordnung (Stand 1.Juli 2014) offiziell als „Nutzhunde“ aufgeführt:

Art. 69 Einsatz von Hunden

1 Entsprechend dem Einsatzzweck wird unterschieden zwischen:
a. Nutzhunden;
b. Begleithunden;
c. Hunden für Tierversuche.

2 Als Nutzhunde gelten:
a. Diensthunde;
b. Blindenführhunde;
c. Behindertenhunde;
d. Rettungshunde;
e. Herdenschutzhunde;
f.  Treibhunde;
g. Jagdhunde.

Durch die Bezeichnung „Nutzhunde“ erhalten Herdenschutzhunde folgende Ausnahmeregelungen:

Art. 70 Sozialkontakt

1 Hunde müssen täglich ausreichend Kontakt mit Menschen und, soweit möglich, mit anderen Hunden haben.
3 Für Nutzhunde sind die Kontakte mit Menschen und anderen Hunden dem Einsatzzweck anzupassen.

Art. 72 Unterkunft, Böden

1 Für Hunde, die im Freien gehalten werden, müssen eine Unterkunft und ein geeigneter Liegeplatz vorhanden sein. Ausgenommen sind Herdenschutzhunde, während sie eine Herde bewachen.

Art. 73 Umgang mit Hunden

1 Aufzucht und Erziehung der Hunde sowie der Umgang mit ihnen müssen die Sozialisierung gegenüber Artgenossen und Menschen sowie die Gewöhnung an die Umwelt gewährleisten. Für Nutzhunde ist die Sozialisierung dem Einsatzzweck anzupassen.

Zusätzlich finden sich in der Tierschutzverordnung zwei Artikel im Zusammenhang mit Herdenschutzhunden:

Art. 22 Verbotene Handlungen bei Hunden

1 Bei Hunden sind zudem verboten:
d. das Verwenden lebender Tiere, um Hunde auszubilden oder zu prüfen, ausser für die Ausbildung und Prüfung von Jagdhunden nach Artikel 75 Absatz 1 sowie für die Ausbildung von Herdenschutz- und Treibhunden.

Beissvorfälle von Herdenschutzhunden im Arbeitseinsatz müssen differenziert beurteilt werden:

Art. 77  Verantwortung der Personen, die Hunde halten oder ausbilden

Wer einen Hund hält oder ausbildet, hat Vorkehrungen zu treffen, damit der Hund Menschen und Tiere nicht gefährdet. Bei der Beurteilung der Verantwortlichkeit für Herdenschutzhunde wird deren Einsatzzweck zur Abwehr fremder Tiere berücksichtigt.

Sachkundenachweis für Hundehalter

Die ab 2009 obligatorischen Hundehalterkurse, besser bekannt als Hunde-Sachkundenachweis SKN, sollen den korrekten und verantwortungsbewussten Umgang mit Hunden gewährleisten.

Der Fachstelle Herdenschutzhunde organisiert fachspezifische SKN-Theorie- und Praxiskurse für (angehende) Herdenschutzhunde-Halter. Alle (angehenden) Halter von offiziell anerkannten Herdenschutzhunden müssen diese fachspezifischen Kurse besuchen Andere SKN-Kurse werden nicht akzeptiert.

TschV Art. 68 Anforderungen bei der Hundehaltung

1 Personen, die einen Hund erwerben wollen, müssen vor dem Erwerb einen Sachkundenachweis über ihre Kenntnisse betreffen die Haltung von Hunden und den Umgang mit ihnen erbringen, sofern sie nicht nachweislich schon einen Hund gehalten haben.
2 Innerhalb eines Jahres nach Erwerb eines Hundes hat die für die Betreuung verantwortliche Person den Sachkundenachweis zu erbringen, dass der Hund in Alltagssituationen kontrolliert geführt werden kann.

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