AGRIDEA führt mit verschiedenen Partnern Forschungsprojekte zum Thema Herdenschutz durch oder vergibt Aufträge für Studien.
Forschungsprojekt SchafAlp
Im Auftrag von AGRIDEA, Pro Natura, Schweizerischer Schafzuchtverband und WWF erstellte das Büro Alpe im Sommer und Herbst 2010 eine Vorstudie für ein grösseres gemeinsames Projekt namens „SchafAlp: Nachhaltige Schafsömmerung“. Die Vorstudie zeigt auf, welche Erkenntnisse im Bereich der Schafsömmerung in Abhängigkeit der drei Weidesysteme gemäss Sömmerungsbeitragsverordnung (SöBV) bereits vorliegen. Dabei wurden vor allem die ökologischen und wirtschaftlichen Aspekte einer nachhaltigen Alpbewirtschaftung betrachtet. Zudem konnte aufgezeigt werden, wo Wissenslücken bestehen, die wissenschaftlich aufgearbeitet werden sollten.
Die prioritären Ziele von SchafAlp sind die folgenden:
- Wissenslücken im Bereich Schafsömmerung werden aufgearbeitet.
- Die Studie trägt dazu bei, dass die Schafsömmerung in allen Bereichen nachhaltiger wird.
- Der Dialog im Bereich Schafsömmerung zwischen den einzelnen Akteuren aus Landwirtschaft und Naturschutz wird gefördert, Polemik in Zukunft möglichst vermieden.
Aktuell läuft nun die in das Forschungsverbundprojekt AlpFUTUR eingebundene Hauptstudie, welche Anfang 2013 abgeschlossen werden soll. Auf Grund der Vorstudie haben die Projektpartner Themenschwerpunkte definiert, die als einzelne Module im Rahmen der Hauptstudie untersucht werden:
- Artenvielfalt auf Schafalpen
- Schafalpung und Stabilität des Geländes sowie der Weiden
- Mast- und Schlachtleistungen sowie Fleischqualität von gesömmerten Lämmern
- Verluste von Schafen während der Sömmerung
- Wirtschaftlicher Erfolg der Schafalpung
In der Zeitschrift Forum erschien in der Ausgabe 5/2011 ein Artikel zu SchafAlp.
GPS-Halsbänder für Herdenschutzhunde
Das räumliche Verhalten von Herdenschutzhunden im Einsatz bei ihrer Herde ist weitgehend unbekannt. Unter welchen Bedingungen entfernen sich die Hunde wie weit von den zu schützenden Nutztieren? Um solchen Fragen nachzugehen, wurde 2010 eine erste Studie (fr) zum Einsatz von GPS-Halsbändern bei Schutzhunden und ihren Herden durchgeführt . Dieses Forschungsfeld soll weiter bearbeitet werden und mögliche Erkenntnisse gilt es später auch bei der Zucht von Schutzhunden zu berücksichtigen.
Akustische Vergrämung - AlarmGuards
Im Sommer 2011 lief ein Versuch mit AlarmGuards, akustischen Vergrämungsgeräten aus Italien, welche mit einer Vielzahl unterschiedlicher Geräusche arbeiten. Es wurden zwei AlarmGuards auf einer Alp im Kanton Freiburg aufgestellt, wo der Wolf knapp zwei Wochen zuvor vier Tiere getötet und weitere verletzt hatte. Erste Resultate wurden in einem Bericht mit einer Literaturrecherche zusammengefasst.
Schutzhalsbänder
Auf privater Ebene laufen aktuell Forschungsanstrengungen, um Schutzhalsbänder zu entwickeln, welche Nutztiere vor Raubtierangriffen schützen sollen. Die bei Angriffen erhöhte Herzschlagfrequenz der Nutztiere soll bei diesen Halsbändern eine das Raubtier erschreckende Reaktion auslösen (z.B. Licht, Lärm, Geruch). Ein Konzeptpapier auf Französisch liegt bereits vor.