Herdenschutz Schweiz

Der Bundesrat hat am 6. November 2013 die Organisation und Förderung des Herdenschutzes innerhalb der Jagdverordnung (JSV) neu geregelt. Zudem hat der Bundesrat zuhanden des Parlaments einen umfassenden Bericht zum Herdenschutz verabschiedet, auf den sich die Revision stützt. Der Bericht zeigt auf, wie der Herdenschutz langfristig effizient organisiert werden soll, welcher Finanzbedarf beim Bund entsteht und welche rechtlichen Anpassungen notwendig sind.

Hauptziel des Herdenschutzprogramms des Bundes ist die Unterstützung der auf Nutztieren basierenden Landwirtschaft, damit diese trotz Grossraubtierpräsenz ohne unverhältnismässig grosse Einschränkungen weiterhin existieren kann. Durch geeignete Präventionsmassnahmen sollen Schäden und Konflikte soweit wie möglich minimiert werden. Zwei Fachstellen werden von Agridea geführt:

Fachstelle Technischer Herdenschutz

Sie unterstützt das BAFU bezüglich der Beratung der Kantone zum technischen Herden- und Bienenschutz sowie der land- oder alpwirtschaftsbetrieblichen Planung gemäss dieser Richtlinie. Sie erarbeitet dazu fachliche Grundlagen und berät die kantonalen Herdenschutzberatungsstellen und weitere Interessierte. Sie sorgt im Auftrag des BAFU für das Ausrichten von Beiträgen für technische Massnahmen zum Herden- und Bienenschutz. Bei unvorhersehbaren Schadenereignissen berät und unterstützt sie die Kantone beim Ergreifen spontaner Massnahmen zum Herdenschutz und koordiniert den Einsatz von Zivildienstleistenden im Herdenschutz während der Sömmerungsperiode. Sie sorgt für den Wissenstransfer im internationalen Netzwerk zum Herdenschutz und fördert das Ausbildungswesen im Herden- und Bienenschutz zusammen mit den landwirtschaftlichen Organisationen und Institutionen.

Fachstelle Herdenschutzhunde

Sie unterstützt Bund und Kantone beim einheitlichen Vollzug der Rechtsbestimmungen bezüglich HSH. Zudem unterstützt sie Kantone und Landwirte bei Fragen zu Haltung und Einsatz dieser Hunde. Sie ist zuständig für das Monitoring der HSH, prüft diese vor der Abgabe an die Landwirte auf ihre Einsatzbereitschaft und registriert dieselben als offizielle Herdenschutzhunde. Sie bietet die obligatorischen Kurse zur Erlangung der Sachkundenachweise für HSH-Halter an. Sie koordiniert Angebot und Nachfrage von HSH mit den Zuchtvereinen und plant deren Platzierung bei Landwirten.  Sie sorgt im Auftrag des BAFU für das Ausrichten von Beiträgen für offizielle Herdenschutzhunde. Sie informiert die Öffentlichkeit über Herdenschutzhunde und den korrekten Umgang mit diesen Hunden und stellt dazu Markierungs-, Informations- und Kommunikationsmaterial her.

Die Fachstelle HSH setzt sich aus einer Geschäftsstelle bei AGRIDEA und einem Netzwerk von regionalen Fachberatern HSH zusammen.