Spanien

Raubtiere

Der Kern der iberischen Wolfspopulation liegt in Castilla y Leon und in den Berggebieten von Galizien und Asturien. Die Population dehnt sich momentan gegen Süden und Osten aus. Sie ist mit ca. 2000 Individuen die grösste Wolfspopulation Westeuropas. Die Verbreitung des Braunbären konzentriert sich auf drei kleine unabhängige Populationen, die insgesamt zwischen 30 und 50 Individuen aufweisen. In den Berggebieten von Leon und Asturien sowie in den Pyrenäen sind  die Braunbären wegen Wilderei und Habitatsverlusten  am Verschwinden. Im Südwesten des Landes leben noch ca. 140 -200  Individuen des iberischen Luchses (Pardelluchs). Das Überleben dieser kleinen Population ist ungewiss.

Weiter Informationen zur Verbreitung der Grossraubtiere

Nationale Politik

Während südliche des Duero der Wolf noch streng geschützt ist, wird er nördlich des Flusses dank einem gelockerten Schutz kontrolliert gejagt. Die sehr unterschiedlichen Verbreitung des Wolfes verlangt regional angepasste Managementpläne. 2003 wurde eine nationale Strategie (pdf) ausgearbeitet.

Der Managementplan von Castilla y Leòn dient als Grundlage für die anderen Regionen. Wegen der hohen Wolfsdichte und den damit verbundenen Konflikten wurden in Castilla y Leon drei Zonen aufgrund ökologischer und sozioökonomischer Faktoren geschaffen.

Beim Management von Braunbär und Pardellluchs ist das primäre Ziel die Erhaltung der Spezies, da wegen der spärlichen Verbreitung Konflikte mit Jagd und Landwirtschaft weniger häufig vorkommen.

Landwirtschaft

Schäden werden sowohl bei Gross- wie auch bei Kleinvieh registriert, je nach landwirtschaftlichen Strukturen, die regional stark variieren.  Das Schadenspotential variiert deshalb ebenso zwischen den unterschiedlichen Regionen. Die grössten Probleme ergeben sich auf den Sömmerungsweiden in der Cordillera Cantabrica, wo die Tiere oft unbeaufsichtigt sind. Zudem sind die Landwirte in den neu vom Wolf besiedelten Gebiete meist völlig unvorbereitet, um frühzeitig Schutzmassnahmen zu ergreifen.

Es existiert weder eine nationale Schadensstatistik noch eine einheitliche Entschädigungspraxis. Entschädigungen sind abhängig vom Schutzstatus, lokalen Körperschaften und den Rissnachweisen. Sowohl extensive, abgelegene  wie auch intensiv genutzte Flächen in dichtbesiedeltem Gebiet sind durch Wolfsangriffe betroffen.

Schutzmassnahmen

Als erste Priorität gilt es, die Koexistenz der Wölfe mit der Landwirtschaft zu ermöglichen. Deshalb ist das Funktionieren der Schutzmassnahmen zentral. Dazu gehören

  • Strukturelle Massnahmen auf Weiden und Infrastruktureinrichtungen
  • Optimierter Einsatz von Herdenschutzhunden (Spanischer Mastiff)
  • Errichtung von Zäunen (vor allem elektrifizierte Fixzäune)
  • Regelmässige Schadenskontrolle und Beratung durch Ranger und landwirtschaftliche Berater
  • Detaillierte Kenntnisse über konfliktuelle Gebiete, dem Rudelverhalten, und den landwirtschaftlichen Risiken
  • Geschickte Zonierung zum Konfliktmanagement, welche sozioökonomische Voraussetzungen berücksichtigt

Bisher werden Schutzmassnahmen nur in der Provinz Castilla y Leòn vom Staat unterstützt und teilweise finanziert.