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Bär Ours Orso Bär

Bär

Die Rückkehr des Braunbären

Fast 100 Jahre nach seiner Ausrottung ist im Sommer 2005 wieder ein Bär in der Schweiz aufgetaucht. Überraschend kam diese Rückkehr allerdings nicht, denn im Alpenraum leben heute ca. 60-70 Bären.

Die grösste Bärenpopulation eines Alpenlandes hat Slowenien. Sowohl in Österreich wie auch im italienischen Trentino wurden von dieser Population Bären wiederangesiedelt. Die kleine Population im Trentino befindet sich nur etwa 40 km vom Puschlav entfernt. Eine natürliche Einwanderung war deshalb nur eine Frage der Zeit. Laut einer Studie von KORA 2005 sind in der Schweiz grundsätzlich die ökologischen Rahmenbedingungen für eine natürliche Wiederbesiedlung gegeben.

Im Mai 2007 tauchen erneut Bären mit derselben Herkunft im Kanton Graubünden auf. Dabei handelt es sich um die zwei männlichen Jungbären JJ3 und MJ4. Insgesamt wurden während der Alpsaison 2007 in den Regionen Unterengadin, Flüelapass und Filisur 63 Tiere gerissen.

Da JJ3 relativ viele Nutztiere riss und dem Menschen gegenüber wenig Scheue zeigte, wurde er im August 2007 von der Wildhut erfolgreich eingefangen und besendert. Da die Vergrämungsversuche keine Verhaltensänderung herbeiführten, wurde JJ3 gemäss dem Bärenkonzept des BAFU als "Problembär" eingestuft.. Anfang 2008 wurde er von der Wildhut abgeschossen.

Erst im Mai 2010 überquerte wieder ein Bär im Münstertal die Schweizer Grenze. Nachdem er sich im selben Gebiet bemerkbar gemacht hatte, wo auch die Bären von 2005 -2008 unterwegs waren, verschwand er wieder gegen Osten.

Das Bärenmanagement

Das Bundesamt für Umwelt hat ein Bärenkonzept ausgearbeitet, das die Grundlage für den Umgang mit den Bären legt. KORA ist beauftragt das Management im Feld zu koordinieren und stellt die fachlichen Dokumentationen der Öffentlichkeit zur Verfügung. In Zusammenarbeit mit dem WWF und den Nachbarländern wurden Tipps für den Umgang mit den Bären herausgegeben.

Im Zusammenhang mit der Einwanderung des Bären muss sich nicht nur die Landwirtschaft anpassen, sondern die Nutzung des ländlichen Raumes muss teilweise anders organisiert werden. So wurde für die Einwanderungsgebiete ein Abfallkonzept ausgearbeitet, sodass in Zukunft Bären besser von besiedeltem und dicht genutztem Raum ferngehalten werden können.

Auch Bienenhäuser waren von den Bärenübergriffen betroffen. Inzwischen konnten Dank einem Konzept zum Bienenschutz 40 Bienenhäuser mit Elektrozäunen geschützt werden. Im Rahmen des Präventionsprogrammes werden betroffene Imker gezielt unterstützt. Der WWF hat eine Broschüre zur Elektrifizierung von Bienenhäusern herausgegeben.

Der Kanton Graubünden hat jährlich die Ereignisse ringsum den Bären in Berichten  (2005, 2008, 2010) zusammengefasst, und die auch italienische Provinz Trento hat 2010 einen so genannten Bear Report (en) verfasst.

Schutzmassnahmen

Die Bärenschäden in der Landwirtschaft konzentrieren sich hauptsächlich auf Obstkulturen, Bienenhäuser, Kleinvieh und Jungtiere von Grossvieh. Die Schäden variieren stark von Region zu Region und sind vom individuellen Verhalten einzelner Bären abhängig. Die Koexistenz von Bären und Schafen hängt zudem vom Willen der lokalen Bevölkerung ab, die Nutztiere zu schützen.
Im Engadin war bisher vor allem die Schafhaltung durch die Rückkehr des Bären betroffen.

Erfahrungen aus verschiedenen Ländern, wo grössere Bärenpopulationen in landwirtschaftlich genutzten Gebieten vorkommen, haben gezeigt, dass sich Schutzmassnahmen nur lohnen, wenn eine kontrollierte Schafhaltung durch Hirten und Herdenschutzhunde möglich ist. Oft sind es einzelne Bären, die sich auf Bienenhäuser oder Nutztiere "spezialisiert" haben. In einigen Fällen konnte durch die gezielte Entfernung der schadenstiftenden Individuen die Schäden stark verringert werden.

In Österreich und Italien wurden Vergrämungsmethoden mit Gummige-schossen und Knallkörpern getestet. Die Langzeitwirkung solcher Massnahmen bleibt aber unklar. Die "Behandlung" futterkonditionierter Bären kann nur erfolgreich sein, wenn das Verhalten der Futtersuche in Abfalleimern und Siedlungsnähe noch nicht gefestigt ist. Auf diesem Merkblatt finden sich weitere Informationen zur Vergrämung.

Nach den bisherigen Kenntnissen unterscheiden sich die Herdenschutzmassnahmen nicht wesentlich von den Massnahmen, die bei Luchs und Wolf angewendet werden. Behirtung, Herdenschutzhunde und elektrische Zäune sind auch hier die empfohlenen Herdenschutzmassnahmen um Schäden vorzubeugen.

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