
Wiederansiedlung und aktuelle Situation
Der Luchs ist nach 100 Jahren Abwesenheit anfangs der 1970er Jahre in den Alpen und im Jura wieder angesiedelt worden. Bis in die Mitte der 1980er Jahre haben sich die zwei Populationen im Jura und in den Voralpen schnell ausgebreitet.
In den 90er Jahre häuften sich die Schäden an Nutztieren in den Nordwestalpen aufgrund eines schnellen Anstiegs der Population und einem gleichzeitigen Rückgang der Reh- und Gemspopulationen. Seither wird versucht, mit Herdenschutzmassnahmen Schäden zu vermeiden. Diese Massnahmen, eine Erholung der Reh- und Gemspopulationen und ein leichter Rückgang der Luchspopulation haben dazu geführt, dass seit dem Jahre 2000 die Schäden kontinuierlich zurückgegangen sind und sich mittlerweile auf einem Niveau von 20-40 Rissen pro Jahr eingependelt haben.
Die aktuelle Luchspopulation in der Schweiz bleibt mit 100-150 Individuen (inklusive Jungtiere) weiter stabil. In den letzten Jahren wurden innerhalb des Projektes LUNO insgesamt 12 Tiere von den Kantonen Jura und Waadt in die Nordostschweiz umgesiedelt. Zurzeit sind mindestens 9 Luchse in der Nordostschweiz heimisch und bei zwei Weibchen konnte Nachwuchs festgestellt werden. das Umsiedlungsprojekt LUNO wurde 2009 abgeschlossen
Umsetzung von Herdenschutzmassnahmen
Die meisten Luchsangriffe auf Nutztiere konzentrierten sich auf den Voralpenraum und den Jura. Am häufigsten ereigneten sich die Angriffe auf kleineren, abgelegenen Waldweiden. Es hat sich herausgestellt, dass sich Weiden, die wiederholt von Schäden betroffen waren, (sog. "Hot-Spots) mit Elektrozäunen gut schützen lassen. Ebenso hat sich der Schutz mit Hirten und Schutzhunden bewährt. Eine französische Studie (fr) hat die Wirksamkeit von Schutzhunden gegenüber dem Luchs genauer untersucht.
Auf den kleinstrukturierten Alpen, wo keine Behirtung der Tiere möglich ist, wurden 2007 erstmals Herdenschutzhunde auf unbehirteten Weiden eingesetzt. Diese Haltung stellt erhöhte Anforderungen an die Schutzhunde und deren Zucht, um einen Erfolg zu erzielen. Da der Luchs ein geduldiger Pirsch-Jäger ist, empfiehlt es sich mit mindestens 2 Hunden zu schützen.
Die Gebiete Jura, Berner Oberland und Waadtländer Alpen sind momentan die Regionen mit den häufigsten Schäden. Die Präventionsmassnahmen konzentrieren sich in diesen drei Gebiete auf die bekannten Risikoweiden.
Das Management der Luchspopulation
Das Konzept Luchs des Bundesamts für Umwelt BAFU legt die Richtlinien fest, die aufgrund des geschützten Status des Luchses für das Raubtiermanagement in den Kantonen gelten.
In Zusammenarbeit mit der Wildhut wurde die Luchspopulation mit Hilfe von Sendern und einem erprobten Monitoringsystem über Jahre hinweg beobachtet. Die Resultate werden jährlich in einem Bericht zusammengefasst und eine Schadenstatistik zu den Nutztierrissen wird laufend aktualisiert.