WolfDer Wolf in der Schweiz
Die Anwesenheit des Wolfs in der Schweiz ist seit 1995 bestätigt. Seine Ausbreitung im Alpenraum erfolgte von der italienischen Wolfspopulation aus den Abruzzen seit anfangs der 80-iger Jahre. Über Ligurien und die französischen Alpen haben sich die Wölfe im Alpenraum langsam ausgebreitet und auch die Schweiz und Deutschland erreicht. Nachdem 2006/ 2007 erstmals in den Kantonen Bern, Waadt und Freiburg Wölfe nachgewiesen wurden, gehören inzwischen auch die Kantone Uri, Obwalden und Luzern zu den Regionen mit Wolfspräsenz. Die Rückkkehr des Wolfes betrifft nun auch den Voralpenraum. Zurzeit leben gemäss Schätzung des BAFU 15-20 Wölfe in der Schweiz, 10 davon wurden mittels DNA-Analyse nachgewiesen. Eine Rudelbildung konnte bisher noch nicht festgestellt werden. Hingegen konnte eine este Paarbildung 2010 im Wallis beobachtet werden (wobei der Rüde des Paars im August 2010 abgeschossen wurde). Vor allem die gerissenen Wild – und Nutztiere sind ein wichtiger Indikator, wo sich die Wölfe befinden. Dank einem systematischen Monitoring kann die Präsenz auch durch Fotofallen, Analysen von Kot, Fell, und anderen Spuren regelmässig nachgewiesen werden. Im Gegensatz zu einigen Luchsen, wurden die Wölfe in der Schweiz nie besendert. Bis ins Jahr 2008 sind die Wolfsschäden in der Schweiz mit jährlich ca. 100 gemeldeten und entschädigten Rissen stabil geblieben. Die Schäden ereigneten sich zum grössten Teil dort, wo der Wolf neu aufgetaucht ist oder auf Alpen wo keine Schutzmassnahmen umgesetzt wurden. 2009 stiegen die Schäden bei Nutztieren auf über 350 Tiere an, was auf die Zunahme von Einzelwölfen und eine „gehbehinderte Problemwölfin“ im Unterwallis zurückzuführen war. Daraufhin hat sich die Lage in 2010 wieder "beruhigt" und die Wolfsschäden beliefen sich auf 85 Risse. Im Zusammenhang mit der Paarbildung auf einer Walliser Alp, wurden 2010 erstmals Rinder nachweislich vom Wolf gerissen. Alle Schäden werden in der Schadensstatistik von KORA erfasst und geografisch dargestellt. Auf der KORA Homepage finden sich auch aktuelle Informationen über die Situation der Grossraubtiere in der Schweiz. Erfahrungen mit dem HerdenschutzDie Wolfsangriffe fanden bisher in den Kantonen Wallis, Graubünden, Tessin, Bern, Waadt, Uri, Ob- und Nidwalden, Luzern und Freiburg statt. Während der Sömmerungszeit ist das Risiko für Schäden am höchsten. Die meisten Angriffe ereignen sich während der Nacht und/oder bei eher schlechtem Wetter. Politischer HintergrundNach den ersten Schäden an Nutztieren begann eine breite politische Debatte, inwiefern der Schutzstatus des Wolfes geändert werden könnte.. Im Juni 2003 wurde die Forderung, den Schutz des Wolfes aufzuheben vom Parlament abgelehnt (Motion Maissen). Daraufhin hat das Parlament beim Bundesrat ein Postulat eingereicht, welches verlangt, dass die Präsenz von Grossraubtieren die konventionelle Landwirtschaft nicht gefährden darf. 2009 und 2010 wurde eine ganze Reihe von Motionen eingereicht, um sowohl Wolfsmanagement wie auch Herdenschutz neu auszurichten. Dabei steht wiederum der Schutzstatus des Wolfes und mit diesem die Berner Konvention im Zentrum der Diskussion. Die Motionen reichen vom Austritt der Konvention bis hin zu einer Lockerung des Schutzstatus innerhalb der Konvention. Der Nationalrat behandelte die Motionen in der Herbstsession 2010, der Ständerat befasste sich in seiner Frühlingssession 2011 2011 damit. Ein Austritt wird von den 3 Räten primär abgelehnt. Gefordert wird jedoch eine Lockerung des Schutzstatus. Mit der Annahme der Motion Hassler, haben sich Stände- und Nationalrat für eine mögliche Lösung innerhalb der Konvention ausgesprochen. Trotz des internationalen Schutzstatus können Wölfe, die zu grosse Schäden beim Nutzvieh anrichten, abgeschossen werden. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat dazu ein Konzept als Vollzugshilfe für die Kantone erstellt. Ein Antrag der Schweiz zur Lockerung des Schutzstatus des Wolfs wurde am 27.11.2006 vom Ausschuss der Berner Konvention abgelehnt. |
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