Lamas und Esel

Lamas und Esel werden vom Bund nicht als Herdenschutztiere unterstützt, da der Schutz bisher nicht ausreichend nachgewiesen werden konnte. Zudem untersagt die Tierschutzgesetzgebung die Einzelhaltung von Neuweltkameliden und Equiden. Lamas dürfen also zu Herdenschutzzwecken ebenso wie Esel nicht alleine in den Schafen gehalten werden.

Lamas

In der Schweiz wurden nur vereinzelt Erfahrungen mit Lamas im Herdenschutz gemacht. Aus diesem Grund hat AGRIDEA von 2012-2015 ein Pilotprojekt mit vier Projektphasen durchgeführt. Die Ergebnisse dieses Projekts wurden im Merkblatt "Einsatz von Lamas für den Herdenschutz" festgehalten.

Esel

Esel können sich als Schutztiere eignen, denn sie weisen Hunde und andere Raubtiere vehement ab. Esel sind soziale Tiere, die sich an andere Tiergattungen binden, wenn keine Artgenossen da sind. Es kann aber bis 6 Wochen dauern, um eine gute Bindung zwischen Schaf und Esel zu erreichen.

Die Verwendung von Schutzeseln in offenem, übersichtlichem Gelände in Herden bis zu 100 Schafen hat die besten Ergebnisse gezeigt. Grosse Weiden, raues Terrain, dichtes Buschwerk, zu grosse Herden oder grosser Raubtierdruck durch Wolfsrudel beieinträchtigen die Wirksamkeit von Schutzeseln.

Folgende Richtlinien sollten für Esel als Schutztiere beachtet werden:

  • Mittlere bis grosse Esel eignen sich besser als kleine.
  • nicht alle Esel zeigen optimales Schutzverhalten, deshalb sollten nur Esel eingesetzt werden, die ihre Schutzeigenschaften klar  unter Beweis stellen.
  • Die Schutzeigenschaften können relativ einfach mit Hunden getestet werden.
  • Es hat sich gezeigt, dass Esel ein besseres Schutzverhalten zeigen wenn sie alleine mit den zu schützenden Tieren arbeiten und nicht durch Artgenossen abgelenkt werden. Die Einzelhaltung steht jedoch im Widerspruch zur gültigen Tierschutverordnung.
  • Die Aufzucht der Esel sollte von möglichst klein auf in der Tierherde mit  wenig Kontakt zu Hunden erfolgen.
  • Während der Geburtssaison müssen die Esel genau beoachtet werden, da sie gelegentlich aggressives oder besitzergreifendes Verhalten gegenüber Neugeborenen zeigen können.