Gutachten und Ratgeber
Für den Einsatz der Herdenschutzhunde auf Alpen und öffentlich zugänglichen Weiden hat die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) zusammen mit AGRIDEA und weiteren Partnern umfassende Empfehlungen zum Konfliktmanagement für Landwirte und Hirtinnen erarbeitet.
Betriebe mit Herdenschutzhunden sollten durch Sicherheitsexperten auf objektiv erkennbare, wiederkehrende Konfliktsituationen beim allfälligen Einsatz von Herdenschutzhunden beurteilt und wirksame Massnahmen zur Verhütung dieser Konflikte abgeleitet werden. Eine solche Gesamtrisikobeurteilung hilft Verantwortlichen bei der Einschätzung, inwiefern sich ihre Betriebe überhaupt für Haltung und Einsatz von Herdenschutzhunden eignen respektive welche Massnahmen zur Unfallverhütung umzusetzen wären. Die BUL erstellt seit vielen Jahren solche Sicherheitsgutachten sowohl für Sömmerungsbetriebe wie auch für Talbetriebe und deren Weidegebiete.
Zur Berücksichtigung von Änderungen im Herdenschutzhunde-Rudel (Zusammensetzung, Läufigkeiten...) sowie im Betriebsalltag und -umfeld (Betreuung der Herdenschutzhunde, Weidenutzung usw.), die sich eben nicht vorausschauend im Rahmen einer Gesamtrisikobeurteilung abhandeln lassen, können Betriebsverantwortliche mit Herdenschutzhunden den Ratgeber «Konfliktmanagement Herdenschutzhunde im Weidegebiet» anwenden. Der Ratgeber enthält neben Empfehlungen auch Checklisten mit den wichtigsten Fragen, die sich Alp- und Betriebsverantwortliche im Zusammenhang mit Herdenschutzhunden und Drittpersonen stellen müssen. Diese helfen, dass auch Erfahrungen vom Vorjahr sowie alljährlich anfallende Aufgaben (Montage von Tafeln, Prüfen der Hütesicherheit der Zäune etc.) immer mitbedacht werden.