Effizienz von Herdenschutzhunden im Einsatz

In vielen Situationen, insbesondere im Sömmerungsgebiet, stellen Herdenschutzhunde die beste Massnahme zum Schutz von Nutztieren dar. Einen hundertprozentigen Schutz können aber auch sie nie bieten. Ihre Wirksamkeit ist letztlich von zahlreichen Bedingungen abhängig. Unabdingbar ist die Bereitschaft des Landwirtes bzw. der Hirtschaft auf der Alp, sich in einem positiven Sinne auf diese Hunde einzulassen und mit ihnen zu arbeiten. Herdenschutzhunde sollten nur bei entsprechender persönlicher Bereitschaft aller Verantwortlicher auf Heim- wie auch auf allfälligem Sömmerungsbetrieb eingesetzt werden. Nebst einer guten Integration der Hunde in Herde und Betriebsalltag sowie der Qualität der Hunde sind zudem vor allem folgende zwei Aspekte für die Schutzeffizienz relevant:

  • Kompaktheit der zu beschützenden Herde
  • Anzahl eingesetzter Herdenschutzhunde

Je kompakter eine Herde ist, desto effizienter können Herdenschutzhunde arbeiten. Über Dutzende von Hektaren verstreute Tiere lassen sich nicht schützen. Eine Herde sollte sich tagsüber nicht über mehr als rund 20 ha Weidefläche verteilen, nachts sollte die Herdenausdehnung weniger als 5 ha betragen. Dabei handelt es sich um Richtwerte für eine maximale Herdenausdehnung – bei schwieriger Topografie oder starker Verbuschung macht es Sinn, die Herdenausdehnung stärker zu beschränken. Herdentrieb der zu schützenden Nutztiere, die Grösse allfälliger Weidekoppeln und Behirtung sind die entscheidenden Faktoren zum Einhalten dieser Richtwerte. Ungünstig ist eine Aufteilung der dem Herdenschutzhund bekannten Nutztierherde auf mehrere Weidegruppen.

Je nach Raubtierdruck, Herdengrösse, Eigenheiten des Weidegebiets (Topographie, Verbuschung) etc. braucht es mehr oder weniger Herdenschutzhunde zur Bewachung einer Nutztierherde. Als Faustregel gilt, dass zwei erwachsene Hunde für rund zweihundert Nutztiere genügend Schutz bieten können, pro dreihundert weiteren Nutztieren empfiehlt sich je ein zusätzlicher Hund. Der Rudeldynamik unter den Hunden kommt eine grosse Bedeutung für die Schutzeffizienz aber auch für eine mehr oder weniger anspruchsvolle Hundehaltung zu. Die optimale Grösse und Zusammensetzung eines Hunderudels gilt es individuell zu bestimmen.

Die Fachstelle Herdenschutz hat eine Reihe von Empfehlungen für einen fach- und tierschutzgerechten Einsatz von Herdenschutzhunden auf Sömmerungsbetrieben zusammengestellt.