Wolf
Bestand und Nutztierrisse
Der Wolf ist seit Mitte der 1990er-Jahre natürlich in die Schweiz zurückgekehrt, im Jahr 2012 bildete sich am Calanda (GR/SG) das erste Schweizer Rudel seit der Ausrottung. Seitdem hat die Anzahl Wölfe und Rudel stetig zugenommen, insbesondere seit 2017/2018 ist eine ausgeprägte Zunahme zu beobachten. Im Jahr 2025 wurden rund 350 Individuen nachgewiesen. Im Frühjahr 2026 betrug die Anzahl Rudel 41.

Zwischen 2020 und 2025 haben Wölfe jährlich durchschnittlich mehr als 1'000 Nutztiere gerissen, mit teilweise markanter jährlicher Variabilität. Es wurden hauptsächlich Schafe gerissen, sowie in geringerem Ausmass Ziegen. Mit der zunehmenden Rudelbildung haben Wölfe in den letzten Jahren vermehrt auch junges Rindvieh gerissen, dies vor allem im Waadtländer Jura. Im Zeitraum zwischen 2020 und 2025 kam es zudem vereinzelt zu Rissen bei Gehegewild (total < 10), Neuweltkameliden (total: 18) und Eseln (total: 13).
Jagdverhalten und Herdenschutz
Der Wolf ist ein Hetzjäger. Flüchtende Tiere können den Jagd- und Tötungsinstinkt immer wieder auslösen. Dies kann dazu führen, dass der Wolf während eines Ereignisses mehr Nutztiere angreift und tötet, als er anschliessend unmittelbar frisst.
Wölfe reagieren empfindlich gegenüber elektrischen Schlägen. Daher eignen sich fachgerecht erstellte Elektrozäune, um Nutzvieh zu schützen.
Informationen zu fachgerecht erstellten Herdenschutzzäunen:
- Agripedia: Herdenschutzzäune auf Kleinviehweiden
- Merkblatt: Wolfschutzzäune auf Kleinviehweiden
- Merkblatt: Sichere Übernachtungsplätze für behirtete Kleinviehherden
In der Regel versuchen Wölfe Schutzzäune zu unterkriechen, statt sie zu überspringen. Natürliche oder künstliche Erhebungen im Gelände nahe von Zäunen können Wölfen das Überspringen des Zaunes jedoch deutlich erleichtern. Um die Schutzwirkung eines Zaunes nicht zu beeinträchtigen, muss bei der Zaunführung deshalb auf Strukturen geachtet werden, die Wölfe als Einsprunghilfe nutzen könnten. Dazu gehören beispielsweise zaunnahe Steinbrocken, Siloballen, umgestürzte Bäume, Baumstrünke, Bodenerhebungen oder auch Felsvorsprünge. In solchen Fällen muss mit einem grösseren Abstand gezäunt (Empfehlung: mind. 2 m) oder der Zaun im direkten Bereich der Einsprunghilfe sowie ca. 1 m links und rechts davon mit zusätzlichen stromführenden Litzen erhöht werden. Auch Böschungen und steile Hanglagen sollten mit genügend Abstand gezäunt respektive der Zaun hangseitig erhöht werden.
Herdenschutzhunde sind eine weitere wirksame Schutzmassnahme gegen Wölfe. Sie kommen insbesondere dort zum Einsatz, wo Zäunen nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen möglich ist, speziell im Sömmerungsgebiet.