Monitoring
An Herdenschutzhunde in der Schweiz werden von verschiedensten Seiten eine Vielzahl von Anforderungen und Erwartungen gestellt. Natürlich sollen diese Hunde ihre Nutztierherden effizient schützen, aber gleichzeitig muss ihr Einsatz auch gesellschaftstauglich erfolgen und mögliche Konflikte gilt es zu minimieren. Gerade im Zusammenhang mit der im Rahmen der Revision der Jagdverordnung anfangs 2025 erfolgten Liberalisierung des Herdenschutzhunde-Wesens in der Schweiz (weitgehend freie Wahl der Rasse und Herkunft der Hunde, nicht speziell reglementierte und kontrollierte Zucht und Ausbildung der Hunde…) kommt einem konsequenten Monitoring der Herdenschutzhunde eine sehr grosse Bedeutung zu.
Ein zentraler Pfeiler dieses Monitorings ist die nationale Eignungsprüfung (EP) für Herdenschutzhunde. Nebst dem Resultat «bestanden» resp. «nicht bestanden» liefert die EP eine Fülle von wertvollen Daten zu den geprüften Hunden. Diese können und sollen den Züchtern und Haltern der Hunde Informationen zu Stärken und Schwächen verbunden mit den Risiken der überprüften Hunde liefern. Auch Vollzugsbehörden können im Falle von Problemen mit Herdenschutzhunden auf diese Daten zurückgreifen. Die Zusammenstellung aller Prüfungsresultate über die Jahre erlaubt eine gute Einschätzung der Herdenschutzhunde-Population in der Schweiz und gibt frühzeitig Hinweise auf Trends und Entwicklungen im Herdenschutzhunde-Wesen wie z.B. eine Zu- oder Abnahme in der durchschnittlichen Herdentreue oder Änderungen im Aggressionsverhalten der geprüften Hunde.
Verursachen geprüfte Herdenschutzhunde Probleme wie Beissvorfälle, Streunen oder Wildern oder kommt es zu grösseren Rissereignissen/-serien in geschützten Herden, so gilt es möglichst zu klären, ob diese Probleme durch eine ungenügende Hundequalität oder durch äussere Umstände verursacht werden. Hierfür braucht es auf nationaler Ebene eine Zusammenstellung aller durch die kantonalen Vollzugsbehörden registrierten Vorfälle (Bisse/übermässiges Aggressionsverhalten, Streunen, Wildern, Risse) sowie eine summarische Analyse und Einschätzung dieser Vorfälle und der Entwicklung der Vorfallzahlen. Probleme, bei denen ein ursächlicher Zusammenhang mit der Hundequalität vermutet werden kann, müssen auch für die Wirkungskontrolle und gegebenenfalls Weiterentwicklung der Eignungsprüfung berücksichtigt werden.