Haltung und Einsatz
Damit Herdenschutzhunde ihre Aufgabe, eine Herde zu schützen, erfolgreich erfüllen können, müssen folgende Aspekte erfüllt sein:
- Eine Bezugsperson ist verantwortlich für die Herdenschutzhunde und pflegt eine vertraute Beziehung mit ihnen (Fürsorgegarant). Dies gilt für die Sömmerungszeit genauso wie für den Rest des Jahres. Die vertraute Bindung zeigt sich in einer klaren Kommunikation und ermöglicht, dass die Fürsorgegarantin jeden Herdenschutzhund im Alltag lenken kann. Damit wird u.a. eine Grundlage geschaffen, damit sich die Herdenschutzhunde an die Umwelt gewöhnen können.
- Die Herdenschutzhunde sind mindestens zu zweit im Einsatz und haben ungehinderten Zugang zu den Nutztieren für deren Schutz sie zuständig sind. Kontakte zu anderen HSH und zu den Nutztieren ermöglichen sowohl die Rudelbildung als auch die Herdenbindung sowie den Erhalt dieser Strukturen. Mit nutztierfreien Rückzugsräumen in der Stallhaltungszeit und Durchschlüpfen in Zäunen (z.B. Nachtpferch) wird den individuellen Bedürfnissen der HSH nach Nähe und Distanz Rechnung getragen und sichergestellt, dass sie ungehindert ihre Aufgabe wahrnehmen können.
- Die fach- und tierschutzgerechte Haltung muss gewährt sein. So müssen Herdenschutzhunde z.B. ganzjährig ausreichend Beschäftigung und Bewegung haben.
Die beiden Merkblätter «Erfolgreiches Arbeiten mit Herdenschutzhunden» und «Herdenschutzhunde auf der Alp» der Agridea fassen die wichtigsten Aspekte zu Haltung und Einsatz von Herdenschutzhunden zusammen.