Goldschakal

Bestand und Nutztierrisse

Ende 2011 wurde erstmals ein Goldschakal in den Nordwestalpen mittels einer Fotofalle dokumentiert. Seit 2015 gibt es immer wieder einzelne Nachweise (Fotofallen, Sichtungen). Diese verteilen sich fast über die gesamte Schweiz. Bisher konnten in der Schweiz nur Einzeltiere nachgewiesen werden, bei Todfunden wurden bisher nur Männchen festgestellt. Es gibt noch keine nachgewiesene Reproduktion von Goldschakalen in der Schweiz.

Der Goldschakal bevorzugt eine gewässernahe strukturreiche Umgebung, ist jedoch sehr anpassungsfähig und kann auch in der Nähe von Siedlungen vorkommen. Höhere Lagen mit lang andauernder Schneebedeckung und intensiv bewirtschaftete, offene Gebiete meidet er. In der Schweiz gibt es bisher einen bestätigten Nutztierriss durch einen Goldschakal, ein 2017 im Kanton Graubünden getötetes Schaf. 

Jagdverhalten und Herdenschutz

Der Goldschakal ist ein Nahrungsopportunist. Er frisst, was leicht verfügbar ist und sucht oft nach Aas, Abfällen, Beeren, Früchten, Müll, etc. Er kann aber auch einzelne, v.a. kleinere oder schwächere Nutztiere erbeuten. Wie einleitend ausgeführt, wird der Goldschakal hier gemeinsam mit den drei Grossraubtierarten Wolf, Bär und Luchs behandelt, da er wie diese in der Schweiz als nicht jagdbare Art gilt. Somit braucht es bei Problemen Goldschakal-Nutztierhaltung ebenfalls zuerst Überlegungen zu Herdenschutzmassnahmen bevor allfällige Diskussionen über Abschüsse geführt werden können.

Erfahrungen aus dem Ausland zeigen, dass der Goldschakal ein ähnliches Jagdverhalten wie der Fuchs aufweist: In geduckter Haltung schleicht er sich an die Beute an, um dann überraschend auf sie aufzuspringen. Er jagt hauptsächlich kleinere Beutetiere (u.a. Nager, Hasen, Vögel). Wenn mehrere Goldschakale zusammen jagen, können grössere Beutetiere bis zur Grösse eines Rehs oder auch kleinere Nutztiere wie z.B. ein Lamm oder sogar ein Schaf erlegt werden.

Für den Goldschakal gelten in der Schweiz prinzipiell die gleichen Schutzmassnahmen wie für den Wolf und den Luchs (JSV Art. 10b). Diese sind auch effektiv, um Nutztiere vor Goldschakalen zu schützen.